Der Verwaltungsrat der Gesellschaft Pilsen 2015 ernannte für die Position des Direktors Jiří Suchánek

10.11.

Jiří Suchánek erfüllt laut dem Verwaltungsrat die Voraussetzungen für die Leitung der Gesellschaft, derer Hauptaufgabe die Vorbereitung und Verwirklichung des Projektes Pilsen – Europäische Kulturhauptstadt 2015 ist. Die Auswahlkommission hat vier Persönlichkeiten angesprochen. Am 15.10. hat sie zwischen zwei von ihnen, Marek Pokorný, dem ehemaligen Direktor der Mährischen Galerie in Brünn, und Jiří Suchánek, entschieden. 

„Die beiden Bewerber weisen hohe Qualität auf. Schließlich haben wir uns einstimmig für Jiří Suchánek entschieden. Seine Erfahrungen hat er zum Beispiel bei der Koordinierung der Aktivitäten des tschechischen Pavillons im Rahmen der Ausstellung EXPO 2010 in Schanghai oder der gegenwärtigen Position als Direktor der Stiftung OKD, die zu den größten Firmenstiftungen in der Tschechischen Republik gehört, gesammelt. Ich bin überzeugt, dass Jiří Suchánek die Projektleitung gut bewältigen und die Gesellschaft zur erfolgreichen Verwirklichung des Prestigetitels Pilsen – Europäische Kulturhauptstadt 2015 hinführen kann,“teilte der Pilsner Oberbürgermeister und gleichzeitig der Vorsitzende des Verwaltungsrats der Gesellschaft Pilsen 2015 Martin Baxa mit.

Jiří Suchánek wurde zum Direktor der gemeinnützigen Gesellschaft Plzeň 2015, o.p.s. mit der Wirksamkeit ab dem 15. November 2013 ernannt. Er wird am nachfolgenden Montag, den 18. November in sein Amt eingeführt. Jiří Suchánek hat an der Fakultät für Volkswirtschaftslehre der Wirtschaftshochschule Prag (Národohospodářská fakultu VŠE v Praze) studiert, seine Schwerpunkte waren die Regionalwissenschaft, öffentliche Verwaltung und die Wirtschaftskommunikation. Danach hat er als Finanzberater, Handelsvertreter, Projektmanager und in den Jahren 2007 bis 2009 als Direktor des Festivals SOBOfest gearbeitet. Von 2008 bis Dezember 2010 war er als Wirtschafts- und Organisationsleiter und Managervertreter des tschechischen Pavillons im Rahmen der Ausstellung EXPO 2010 in Schanghai tätig. Ab Januar 2011 arbeitet er als Direktor der Stiftung OKD.

Jiří Suchánek ist der fünfte Direktor der gemeinnützigen Gesellschaft Plzeň 2015, o.p.s. Ab August 2013 wurde der Programmdirektor Jiří Sulženko mit der Projektleitung beauftragt. Er ersetzte Erich Beneš, der die Gesellschaft ab Januar 2013 leitete, nachdem Tomáš Froyda zurückgetreten war, der der Leitung des Alfa-Theaters den Vorzug gegeben hatte. Der erste Direktor wurde 2011 Milan Svoboda.

Quelle: http://www.plzen.eu

Interview mit Jiří Suchánek, dem neuen Direktor der Kulturhauptstadt Europas   

Freuen Sie sich auf ihre neue Arbeitsstelle in Pilsen? 
„Auf Pilsen an sich freue ich mich sehr. Im Sommer bin ich kurz beim Festival „Pilsner Begegnungen“ in Erscheinung getreten und mir hat sowohl die Atmosphäre sehr gut gefallen als auch die Tatsache, dass die Besucher des Konzerts der israelischen Band Acollective problemlos auf Englisch mit der Band kommunizierten, dass nach dem Konzert sehr viele CDs gekauft wurden und dass das Beisammensitzen auf dem Pflaster des Pilsner Startplatzes insgesamt sehr angenehm war. Ich werde mit meiner Familie zusammen nach Pilsen ziehen. Wir werden sehen, für wie lange. Ich hoffe aber, dass es mindestens drei Jahre sein werden.“

Was waren die Hauptgründe dafür, dass Sie das Angebot, das Projekt „Kulturhauptstadt Europas“ zu leiten, angenommen haben? Und was stellt ihrer Meinung nach die größte Herausforderung dar?
„Das Projekt „Kulturhauptstadt Europas“ hat mich durch seinen Charakter angesprochen. Es ähnelt meiner Tätigkeit bei der EXPO im Jahr 2010. Die größte Motivation für mich war die Gelegenheit, an einem interessanten kulturellen Ereignis europäischen Ausmaßes beteiligt zu sein. Als unsere Hauptaufgabe sehe ich im Moment, besser bekannt zu machen, was die Kulturhauptstadt Europas für Pilsen konkret bedeutet und was es den Menschen bringt. Es wird nach so vielen Wechseln keine leichte Aufgabe sein. Aber wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass das Jahr 2015 für Pilsen ein ganz besonderes wird, hätte ich das Angebot nicht angenommen und stattdessen ein angenehmes (und sicher entschieden ruhigeres) Jahr 2015 auf der EXPO in Mailand verbracht. Nun bleib nur noch zu beweisen, dass sich der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ in den richtigen Händen befindet!“

Ist Pilsen ihrer Meinung nach eine Kulturstadt, oder wird sie sich bis zum Jahr 2015 noch verändern müssen?
„Schon jetzt besitzt die Stadt eine reiche Kulturszene und wir sollten die Pilsner Künstler und Bürger dabei unterstützen, diese weiterzuentwickeln. Ich freue mich darauf, mich mit der Pilsner Szene, über die ich viel Lob gehört habe, bekannt zu machen. Es muss dabei nicht unbedingt um professionelle Gruppen gehen – ich bin davon überzeugt, dass die örtliche Kommune und lokale Vereine die Basis für das Projekt „Pilsen 2015“ bilden müssen. Ich werde mich für eine möglichst weitreichende Einbindung von Pilsner Mitarbeitern im Rahmen der Produktion, im künstlerischen Bereich usw. einsetzen. Als künftiger Direktor werde ich jedoch hauptsächlich für das Funktionieren der Organisation aus verfahrenstechnischer Hinsicht zuständig sein. Das Programm überlasse ich vollständig und vertrauensvoll meinen darauf spezialisierten Kollegen.“

Welche Programmpunkte sprechen Sie persönlich besonders an und worauf freuen Sie sich im Jahr 2015 am meisten?
„Neben der Musik, der ich mich am stärksten verbunden fühle, mag ich das Schauspiel oder alternative Formen des Theaters, wie Pantomime oder den Neuen Zirkus, besonders gern.“ 

Welche Beziehung haben Sie zu Pilsen als Stadt? Beeinflusst die Tatsache, dass Sie aus Ostrava kommen, ihre Sicht?
„Ich nehme die Situation keinesfalls als Paradoxon wahr, wie es einige Pilsner Medien nach Veröffentlichung meiner Ernennung darstellten. Ganz im Gegenteil. Ich halte sie für eine ideale Gelegenheit für die beiden Städte, zusammenzuarbeiten, was auch eine Empfehlung der Europäischen Kommission ist – von der positiven Inspiration im Bereich der Nutzung der industriellen Erbes Gebrauch zu machen, voneinander zu lernen und eine Zusammenarbeit im Bereich kultureller Projekte entstehen zu lassen. Zudem stamme ich eigentlich aus dem Städtchen Sobotka im Český Ráj (dt. Böhmisches Paradies) und kam für ein dreijähriges Projekt über Prag und Shanghaj nach Ostrava zur Stiftung OKD. Während dieser Zeit ist mir die Stadt natürlich ans Herz gewachsen (die tolle Theaterszene, Colours of Ostrava, die Industriedenkmäler, der Bergbau, die Beskiden, die Goralen…). Ich bin mir sicher, dass ich ebenso schnell meine Liebe für Pilsen entdecken werde. In der Champions League bin ich schon lange ein Fan von Vikoria Plzeň J. Dieses tschechische Wunder, das im privaten Umfeld entstand, kann wahrscheinlich niemandem unsympathisch sein. Und natürlich darf ich auch mein Lieblingsbier, das Pilsner Urquell 12°, nicht unerwähnt lassen, wegen dem jeder Pilsen kennt und mag.“

Quelle: www.bbkult.net